Tafel der Ökonomie

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Waren- und Geldströme im Tableau economique

Während sich Quesnay hauptsächlich auf die Geldströme konzentriert, versuchen wir als erstes auch die Warenströme im Tableau gemäß der Marxschen Erläuterungen nachzuvollziehen:

Die Pächter Verausgaben 2 Mrd Livre als Lohn für die Arbeit der Bauern und Landarbeiter. Diese 2 Mrd Livre werden als Betriebskapital der Pächter bezeichnet.

Diesen Vorgang können wir auch in Form einer Tabelle darstellen:

Pächter Richtung Bauern
1. Vorgang 2 Mrd Livre (als Arbeitslohn) Gesamternte

„Nach Ersatz des Betriebskapitals aus dem Bruttoprodukt (der Gesamternte) bleibt ein Überschuß von drei Milliarden, wovon zwei in Lebensmitteln, eine in Rohstoffen.“

Bemerkung: Da die Gesamtproduktion für 5 Mrd Livre verkauft wird, bedeutet diese Aussage, daß die Pächter einen Teil der Gesamternte für 2 Mrd Livre an die Bauern zurück verkaufen. Diese 2 Mrd Livre ersetzen dann den Pächtern das ausgegebene Betriebskapital, was komischerweise nicht in die Zirkulation eingeht. Den anderen Teil der Gesamternte verkaufen die Pächter für 3 Mrd Livre. Ein Teil davon wird für 2 Mrd Livre als Lebensmittel verkauft, ein anderer Teil für 1 Mrd Livre als Rohstoffe. Da weiter unten die Manufakturen für 1 Mrd Livre Rohstoffe kaufen, nehmen wir, daß die ´sterile Klasse´ die Käufer der Rohstoffe sind. an wen die Lebensmittel verkauft werden, ist hier noch nicht ersichtlich.

Der Verkauf eines Teils der Gesamternte an die Bauern scheint im Widerspruch zu der Aussage:

„Die landwirtschaftlichen Produkte, Lebensmittel, Rohstoffe etc., die zum Ersatz des Betriebskapitals, also auch zum Unterhalt aller im Ackerbau tätigen Personen notwendig sind, werden in natura von der Gesamternte weggenommen.“

zu stehen. ´In Natura wegnehmen´ bedeutet eigentlich, daß das kein Verkaufen ist. Da die Pächter von den Physiokraten zur produktiven Klasse gezählt werden, innerhalb der ja (nach Auffassung der Physiokraten) keine Zirkulation stattfindet, ist es aus der Sicht der Physiokraten ein ´wegnehmen´ und kein verkaufen.

Für uns gestalten sich die Vorgänge wie folgt:

Pächter Bauern
2. Vorgang Teil der Gesamternte 2 Mrd Livre

 

Pächter ?
3. Vorgang Lebensmittel 2 Mrd Livre

„Das von den Handwerkern verausgabte Betriebskapital besteht im Rohmaterial für 1 Milliarde.“

 

Pächter sterile Klasse
4. Vorgang Rohstoffe 1 Mrd Livre

 

„Die von den Pächtern an die Grundeigentümer zu zahlende Rente beträgt hiervon zwei Drittel.“

 

Pächter Richtung Grundeigentümer
5. Vorgang 2 Mrd

 

„Mit einer dieser Mrd kaufen die Grundeigentümer von den Pächtern Lebensmittel, …“

 

Pächter Richtung Grundeigentümer
Vorgang 3a Lebensmittel 1 Mrd Livre

„… denen so eine Hälfte des von ihnen zur Zahlung der Rente ausgegebene Geld zurückfließt.“

Achtung Widerspruch: Die Rente haben die Pächter nur aus dem Verkauf von 3/5 der Gesamternte abführen können (Vorgang 3 und 4). Da 2/5 der Gesamternte in der produktiven Klasse geblieben ist und 3/5 anderweitig verkauft wurden, müssen die Lebensmittel für die Grundeigentümer schon in der Lieferung an ? enthalten sein.

Außerdem können die Pächter erst dann 2 Mrd Livre an die Grundeigentümer abführen, wenn sie die 3/5 der Gesamternte verkauft haben, davon 2/5 in Lebensmittel an ? [wen auch immer]. D.h. diese 1 Mrd Livre ist schon in den 2 Mrd Livre Verkaufserlös für Lebensmittel enthalten und kann den Pächtern damit nicht erneut zufließen!

Insgesamt ergeben all diese Vorgänge folgendes Bild:

Austausch der Handwerksprodukte

„Mit der zweiten, noch in der Hand der Grundeigentümer befindlichen Milliarde Geld, kaufen die Grundeigentümer Manufakturwaren von der sterilen Klasse, …“

 

Grundeigentümer Richtung Handwerker
6. Vorgang 1 Mrd Livre Manufakturwaren

 

„Das ganze Betriebskapital, resp. Rohmaterial, der sterilen Klasse wurde in Waren zu zwei Milliarden verwandelt.“ plus die Aussage „Der Lohn für die Arbeit, wodurch die sterile Klasse das Rohmaterial in Manufakturwaren verwandelt, ist gleich dem Wert der Lebensmittel, die sie von der produktiven Klasse erhält, … bedeutet den nächsten Vorgang

 

Pächter Richtung Handwerker
Vorgang 7 Lebensmittel Manufakturwaren

 

Da noch ein Vorgang ´Lebensmittel ⇔ 1 Mrd Livre´ von den Pächtern an ? offen ist, nehmen wir einmal an, daß die Handwerker für die Lebensmittel 1 Mrd Livre bezahlt haben:

 

Pächter Richtung Handwerker
Vorgang 7a Lebensmittel 1 Mrd Livre

 

und im zweiten Durchgang die Pächter von den Handwerkern die Manufakturwaren zum Preis von 1 Mrd Livre gekauft haben:

Pächter Richtung Handwerker
Vorgang 7b 1 Mrd Livre Manufakturwaren

 

 

„… teils erhalten die Handwerker Lebensmittel indirekt durch die Grundeigentümer“

Zu welchem Preis können wir aus den Aussagen von Marx zunächst nicht erfahren.

 

Grundeigentümer Richtung Handwerker
Vorgang 8 Lebensmittel x Mrd Livre

Damit dürften wir alle Tauschvorgänge des Tableau economique rekonstruiert haben.

Bilanzen

Nun ziehen wir einmal die Bilanzen für jede einzelne Klasse. Dazu betrachten wir sämtliche Tauschvorgänge jeder einzelnen Klasse und summieren dann die Mengen der gleichen Einheit.

Dazu fertigen wir uns eine Tabelle an. Einen Tauschvorgang 2 Mrd Livre ⇔ Gesamternte (Vorgang 1) stellen wir in der Tabelle wie folgt dar:

Vorgang Menge Gruppe A Gruppe B
T1 2 Mrd Livre Pächter + Bauern
T1 Gesamternte + Pächter Bauern

Wie ist diese Tabelle zu lesen? Eine Menge von 2 Mrd Livre geht von den Pächtern an die Bauern (quasi als Lohn für ihre Arbeit) und die Gesamternte geht von den Bauern an die Pächter.

 

Bilanzierung aller Vorgänge der Pächter

Sämtliche Vorgänge, bei denen die ´Klasse´ der Pächter (also auch die Bauern und Landarbeiter) beteiligt sind, können wir folgt in einer Tabelle zusammenfassen:

Vorgang Menge Gruppe A Gruppe B
Ü 2 Mrd Livre Pächter
P Gesamternte + Bauern
T1 2 Mrd Livre Pächter + Bauern
T1 Gesamternte + Pächter Bauern
T2 2/5 der Gesamternte Pächter + Bauern
T2 2 Mrd Livre + Pächter Bauern
3 Pächter
T4 Rohstoffe (1/5 Gesamternte) Pächter + Handwerker
T4 1 Mrd Livre + Pächter Handwerker
5 2 Mrd Livre Pächter + Grd.eigentümer
T3a Lebensmittel (1/5 Gesamternte) Pächter + Grd.eigentümer
T3a 1 Mrd Livre + Pächter Grd.eigentümer
T7a Lebensmittel (1/5 Gesamternte) Pächter + Handwerker
T7a 1 Mrd Livre + Pächter Handwerker
T7b 1 Mrd Livre Pächter + Handwerker
T7b Manufakturwaren + Pächter Handwerker

 

Die 2 Mrd Livre Betriebskapital übernehmen wir als Übertrag aus dem Vorjahr. Die Gesamternte der Bauern als Jahresproduktion.

Nachdem wir alle Zu- und Abgänge saldiert haben, ergibt sich am Jahresende folgender Bestand:

Bestand der Pächter am Jahresende

2 Mrd Livre Pächter
Manufakturwaren Pächter

 

Bilanzierung aller Vorgänge der Handwerker

Vorgang Menge Gruppe A Gruppe B
T4 1 Mrd Livre Handwerker + Pächter
T4 Rohstoffe + Handwerker Pächtern
Rohstoffe Handwerker Übertragung des Produktwertes der Rohstoffe auf die Manufakturwaren
P Manufakturwaren + Handwerker 1 Mrd h Arbeitszeit + 1 Mrd h Produktwert der Rohstoffe
T6 ½ Manufaktur-waren Handwerker + Grd.eigentümer
T6 1 Mrd Livre + Handwerker Grd.eigentümer
T7a 1 Mrd Livre Handwerker + Pächter
T7a Lebensmittel + Handwerker Pächter
T7b 1 Mrd Livre + Handwerker Pächter
T7b ½ Manufaktur-waren Handwerker + Pächter

 

Bestand der Handwerker am Jahresende

Nach Saldierung aller Zu- und Abgänge bleiben den Handwerkern die Lebensmittel

Lebensmittel

 

Bilanzierung aller Vorgänge der Grundeigentümer

Vorgang Menge Gruppe A Gruppe B
5 2 Mrd Livre + Grd.eigent Pächter
T3a 1 Mrd Livre Grd.eigent + Pächter
T3a Lebensmittel + Grd.eigent Pächtern
T6 1 Mrd Livre Grd.eigent + Handwerker
T6 Manufakturwaren + Grd.eigent Handwerker
T8 Lebensmittel Grd.eigent + Handwerker
T8 x Mrd Livre + Grd.eigent Handwerker

 

Bestand der Grundeigentümer

Der Vorgang 8 ist nach wie vor ungeklärt. Da die Handwerker nach allen Tauschvorgängen aber keine Livre mehr in ihrer Bilanz haben, können sie also auch nichts von den Grundeigentümern gekauft haben. x ist also gleich 0!

Damit ergibt sich für die Grundeigentümer folgende Jahresbilanz:

Lebensmittel
Manufakturwaren

 

Obwohl die Grundeigentümer selber nichts hergestellt haben, verfügen sie nach allen Tauschvorgängen über 1/5 der Gesamternte in Form von Lebensmittel und die ½ der Manufakturwaren von den Handwerkern.

Wie haben Sie das gemacht?

Einteilung der Klassen in der materialistischen Ökonomie

In der naturwissenschaftlich konsistenten Ökonomie wird die Gesellschaft in zwei Gruppen eingeteilt: die überwiegend produzierende und die überwiegend konsumierende Klassen. Die Einteilung erfolgt anhand der Differenz zwischen Summe der hergestellten Produktwerte minus Summe der konsumierten Produktwerte. Ist die Differenz größer 0 h gehört das Individuum zur überwiegend produktiven Klasse, ist die Differenz kleiner 0 h, gehört das Individuum zur überwiegend konsumierenden Klasse. Personen, die mehr Produktwerte konsumieren als produzieren, leben auf Kosten anderer und werden daher als Parasiten oder Schmarotzer bezeichnet.

Beispiel: Ein Landarbeiter gehe Tag ein Tag aus Arbeiten und kümmere sich nur um seine Kartoffeln. Im Frühjahr bringt er die Saatkartoffeln in den Boden, im Sommer häufelt er den Boden an, damit die jungen Triebe nicht umknicken. Außerdem kämpft er das ganze Jahr gegen die Kartoffelkäfer und bringt im Herbst die Ernte ein. Im Winter kümmert er sich um die Verbesserung des Bodens, indem er Mist unterschaufelt. Am Jahresende besteht seine Ernte aus 10 Tonnen Kartoffeln. Er hat 8 h pro Tag, 5 Tage pro Woche und 50 Wochen im Jahr nur für seine Kartoffeln gearbeitet. Die 10 t Kartoffeln haben somit einen Produktwert von 2.000 Stunden, d.h. 12 min/kg. Da auch der Landarbeiter nicht nur von Kartoffeln lebt, sondern früh Brötchen vom Bäcker mit Butter aus der Molkerei ißt und Abends ein Stück Brot mit Wurst vom Fleischer, verzehrt er auch Waren mit Produktwert. Wenn die Summe der verzehrten Produktwerte kleiner ist, als seine 2.000 h/a, dann gehört der Landarbeiter zur produktiven Klasse.

Zweites Beispiel: Ein Grundbesitzer steht gegen 8:00 Uhr auf, frühstückt gemütlich, macht zwischen 10 und 12:00 Uhr einen Spaziergang über seine Besitzungen, scheißt den Landarbeiter an, weil der sich während der Mittagspause länger ausruht als im Arbeitsvertrag steht, speist zu Mittag Roulade mit Klößen, macht anschließend ein Mittagsschläfchen und geht Abends in den Gutsherrenklub zu seines Gleichen und schluckt dort unermeßliche Mengen wohltemperierten Rotwein. Die Brötchen zum Frühstück sind vom Bäcker, die Roulade vom Fleischer, die Kartoffeln für die Klöße vom Bauern, die Klöße vom Koch, der Rotwein vom Winzer. Er dagegen hat nichts hergestellt, was für Andere einen Gebrauchswert haben könnte, das ganze Jahr nicht. So konsumiert der Gutsherr die Produkte der produktiven Klasse inklusive deren Produktwerte. Die Summe der konsumierten Produktwerte ist damit größer als die Produktwert jener Produkte, die er hergestellt hat. Dadurch gehört der Grundbesitzer zur überwiegend konsumierenden Schicht.

Produktion des Gesamtproduktes

Was stellen nun die Angehörigen der produktiven Klasse das gesamte Jahr über her? x Tonnen Kartoffeln, y t Kohlrabi, z t Rüben, x t Weizen, y t Roggen, z x t Gänsefleisch, y t Schweinefleisch, z t Rinderrouladen, x Eier, y t Quark, z t Mehl, x t Äpfel, y t Birnen, z t Pfirsiche, x Liter Milch, y l Bier, z l Wein, etc. pp. Aus dem Weizen macht der Müller Mehl, aus dem Mehl macht der Bäcker Brote. Aus der Milch macht der Molkereifacharbeiter Butter, Quark und Käse. Aus Eier, Mehl und Quark bäckt der Bäcker wiederum Kuchen. Aus Hopfen, Gerste und Malz macht der Brauer Bier, usw. usf. Marx faßt alle Rohstoffe und Fertigprodukte zum Gesamtprodukt zusammen. Zur Herstellung eines jeden einzelnen Produktes ist menschliche Arbeitszeit erforderlich. Jedes einzelne Produkt hat demzufolge einen Produktwert.

Produktwert des Gesamtproduktes

Die Summe aller Produktwerte ergibt nun den Produktwert des Gesamtproduktes. Wenn wir annehmen, daß vielleicht 2,5 Millionen Werktätige in jenen ´bestbebauten Pachtungen der erwähnten Provinzen´ gearbeitet haben (inklusive Mägde und Knechte, Landarbeiter und Tagelöhner, Meister und Gesellen aller Gewerke, etc. pp.), dann beträgt der Produktwert des Gesamtproduktes ca. 2.500.000 * 2.000 h/a = 5 Mrd Stunden.

Eigentümer des Gesamtproduktes

Wer ist der Eigentümer der Gesamternte? Um es mit Marx zu sagen: „Das ganze Bruttoprodukt im Wert von 5 Mrd Arbeitsstunden befindet sich in der Hand der produktiven Klasse.“ KM: Anti-Dühring, S.231

Verteilung des Gesamtproduktes

Wer konsumiert nun das jährliche Gesamtprodukt? 3/5-tel des Gesamtproduktes geht an die schmarotzende Schicht (Grundbesitzer und deren Gefolge, Herzöge, Fürsten, Könige und deren Hofstaaten, Staatsbeamte, Mönche, Pastoren, Priester und Bischöfe). 3/5 heißt 3 von 5 Eiern, 3 von 5 Kartoffeln, 3 von 5 Schweinen, etc. pp.

Wie kommt diese Produktmenge zu den Parasiten, wenn diese selber nichts herstellen, was sie dagegen tauschen könnte? Nun, die parasitäre Schicht läßt Papierzettel herstellen, auf denen eine Zahl steht, sagen wir eine 1 pro Zettel. Da die parasitäre Schicht nicht einmal das Papier selber herstellt, worauf sie ihre Zahlen schreiben, erzeugen sie nicht einmal an dieser Stelle einen Produktwert. Diese Papierzettel nennt die parasitäre Schicht Livre und läßt davon 2 Milliarden Zettel herstellen. Dafür kaufen sie im Jahr zuvor 2/5-tel der Gesamternte.

Pächter Transferrichtung Parasiten
1757 2/5-tel der Gesamternte 2 Mrd Livre

Nur so kommen die Pächter zu ihren 2 Mrd Livre Betriebskapital, für das sie im nächsten Jahr wieder die gesamte Gesamternte von den Bauern kaufen können. (siehe Waren- und Geldströme im Tableau economique)

Produktwertbilanzierung

Wir erweitern dazu die Bilanzierungstabelle um eine Spalte ´Produktwert´.

Vorgang Menge pMenge Gruppe A Gruppe B

und untersuchen die einzelnen Tauschvorgänge erneut

Der Pächter

Vorgang Menge pMenge Gruppe A Gruppe B
Ü 2 Mrd Livre 0 h Pächter
P Gesamternte 5 Mrd h + Bauern
T1 2 Mrd Livre 0 h Pächter + Bauern
T1 Gesamternte 5 Mrd h + Pächter Bauern
T2 2/5 der Gesamternte 2 Mrd h Pächter + Bauern
T2 2 Mrd Livre 0 h + Pächter Bauern
3 Pächter
T4 Rohstoffe (1/5 Gesamternte) 1 Mrd h Pächter + Handwerker
T4 1 Mrd Livre 0 h + Pächter Handwerker
5 2 Mrd Livre 0 h Pächter + Grd.eigent
T3a Lebensmittel (1/5 Gesamternte) 1 Mrd h Pächter + Grd.eigent
T3a 1 Mrd Livre 0 h + Pächter Grundeigentümer
T7a Lebensmittel (1/5 Gesamternte) 1 Mrd h Pächter + Handwerker
T7a 1 Mrd Livre 0 h + Pächter Handwerker
T7b 1 Mrd Livre 0 h Pächter + Handwerker
T7b Manufakturwaren 1 Mrd h + Pächter Handwerker

 

Bestand der Pächter am Jahresende

Vorgang Menge pMenge Gruppe A Gruppe B
2 Mrd Livre 0 h
T2 2/5 der Gesamternte 2 Mrd h Pächter + Bauern
Manufaktur-waren 1 Mrd h

 

Da die Pächter von den Physiokraten ja mit zu den Bauern und Landarbeiter gezählt werden, müssen wir dieser Klasse den Vorgang T2 ´gutschreiben´, weil ja nur eine Verschiebung innerhalb der Klasse stattgefunden hat. D.h. von ihrem Gesamtprodukt im Wert von 5 Mrd Arbeitsstunden können sie 2 Mrd h selber konsumieren. Eine Milliarden Stunden haben sie ohne jede Gegenleistung für die Ernährung der Grundeigentümer gearbeitet (außer für die ´gute Verwaltung´). 2 Mrd Stunden haben sie für die Ernährung und die Rohstoffe der Handwerker gearbeitet und bekommen dafür Manufakturwaren im Wert von 1 Mrd h zurück.

Die Handwerker

Angenommen in den betrachteten Provinzen haben im Jahr 1758 fünfhunderttausend Handwerker 8 h pro Tag, 5 Tage pro Woche und 50 Wochen pro Jahr gearbeitet. Für die Herstellung der Manufakturwaren haben sie also 1 Mrd Arbeitsstunden verausgabt. Da der Produktwert der Rohstoffe bei der Verarbeitung mit in den Produktwert der Manufakturwaren eingeht, haben die Manufakturwaren also einen Gesamtproduktwert von 2 Mrd h.

Vorgang Menge pMenge Gruppe A Gruppe B
T4 1 Mrd Livre 0 h Handwerker + Pächter
T4 Rohstoffe 1 Mrd h + Handwerker Pächtern
Rohstoffe 1 Mrd h Handwerker Übertragung des Produktwertes der Rohstoffe auf die Manufakturwaren
P Manufakturwaren 2 Mrd h + Handwerker 1 Mrd h Arbeitszeit + 1 Mrd h Produktwert der Rohstoffe
T6 ½ Manufakturwaren 1 Mrd h Handwerker + Grd.eigent
T6 1 Mrd Livre 0 h + Handwerker Grd.eigent
T7a 1 Mrd Livre 0 h Handwerker + Pächter
T7a Lebensmittel 1 Mrd h + Handwerker Pächter
T7b 1 Mrd Livre 0 h + Handwerker Pächter
T7b ½ Manufakturwaren 1 Mrd h Handwerker + Pächter

 

Bestand der Handwerker am Jahresende:

Vorgang Menge pMenge Gruppe A Gruppe B
Lebensmittel 1 Mrd h

 

Die Handwerker haben den Produktwert ihrer Arbeit äquivalent gegen Produktwerte der Bauern getauscht: Manufakturwaren im Wert von 1 Mrd h ⇔ Lebensmittel im Wert von 1 Mrd h.

Für die Grundeigentümer

Vorgang Menge Produktwert Gruppe A Gruppe B
5 2 Mrd Livre 0 h + Grd.eigent Pächter
T3a 1 Mrd Livre 0 h Grd.eigent + Pächter
T3a Lebensmittel 1 Mrd h + Grd.eigent Pächtern
T6 1 Mrd Livre 0 h Grd.eigent + Handwerker
T6 Manufakturwaren 1 Mrd h + Grd.eigent Handwerker

 

Bestand der Grundeigentümer am Jahresende

 

Vorgang Menge Produktwert Gruppe A Gruppe B
T3a Lebensmittel 1 Mrd h + Grd.eigent Pächtern
T6 Manufakturwaren 1 Mrd h + Grd.eigent Handwerker

 

Die Grundeigentümer, welche das ganze Jahr selber keine einzige Stunde gearbeitet haben, bekommen von der produktiven Klasse Waren im Wert von 2 Mrd Stunden. Der Produktwert der Lebensmittel geht auch bei ihnen in der Konsumtion unter. Sicher geht auch ein Teil des Produktwertes der Manufakturwaren beim Gebrauch unter, ein Großteil wird aber bestimmt akkumuliert. Das ist der Grund, warum die Grundeigentümer von Jahr zu Jahr auf Kosten der produktive Klasse reicher werden, ohne dafür auch nur die geringste Gegenleistung zu erbringen: die perfekte Ausbeutung.

Reparaturen und Erneuerungen

Was ist mit den ´nötig werdenden Reparaturen und teilweisen Erneuerungen des Anlagekapitals´ sowie ´der Verbesserung des Bodens und der Ausdehnung der Agrikultur´? Auch hier wieder eine einfache Antwort: Die produktive Klasse führt die Reparaturen und Erneuerungen des Anlagekapitals aus und erhält dafür wieder wertlose Papierzettel für die sie sich wieder einen Teil der vorher enteigneten Gesamternte zurück kaufen kann. Genauso verhält es sich bei den Arbeiten zur Verbesserung des Bodens und der Ausdehnung landwirtschaftlicher Anbauflächen. Auch hier leistet die produktive Klasse, bekommt dafür wertlose Papierzettel und darf sich davon anschließend wieder einen Teil ihres Gesamtproduktes zurück kaufen.

Trägt man die Produktwerte der Warenströme auf, ergibt sich folgendes Tableau der Produkt-Ökonomie:

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Mit diesem Wissen können wir uns an die Kommentierung der Marxschen Erläuterungen des Tableau economique machen:
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